Rugby Europe XV Championship: U20-Junioren auch Polen unterlegen
(Foto: Vasco Ribeiro da Cunha)

Rugby Europe XV Championship: U20-Junioren auch Polen unterlegen

Die deutschen U20-Junioren haben bei der Rugby Europe XV Championship im portugiesischen Lissabon auch ihr zweites Spiel verloren. Im Halbfinale der Runde um die Plätze fünf bis acht unterlag das Team um die Trainer Samy Füchsel und Timo Vollenkemper den Polen mit 12:26 (7:10). Am kommenden Sonntag geht es nun im Spiel um Platz sieben gegen Tschechien darum, sich im April nicht erneut für die Teilnahme an der EM-Endrunde qualifizieren zu müssen, also um den direkten Klassenerhalt.
 
„Das war heute ein frustrierendes Spiel, weil wir uns heute über weite Strecken selbst im Weg standen“, so Nationaltrainer Samy Füchsel. „Wir hatten leider in Drucksituationen merklich Probleme, die richtigen Entscheidungen zu treffen.“
 
Dabei entwickelte sich in der Anfangsphase noch ein eher ausgeglichenes, recht schnell geführtes Spiel, das zunächst hin und her wogte. Die Polen entwickelten vor allem mit ihrer Hintermannschaft allerdings deutlich mehr Druck und kamen so auch zur ersten Chance, einem Straftritt, der jedoch an den Stangen vorbeisegelte (9.). Doch wenige Minuten später gelang den Osteuropäern der erste Versuch: Erst schob das Paket gut an, dann versuchten sie es mit Pick-and-Go, bevor man den Ball doch schnell nach rechts spielte, wo er ins Malfeld getragen wurde (16.). Der Erhöhungskick war diesmal sicher drüber zum 7:0.
 
Nach gut 20 Minuten aber biss sich auch Deutschlands Offensive mal an des Gegners Malfeld fest, sich an Polens Defensive aber zunächst die Zähne aus, bevor der Ball von Tim Frauenfeld ganz links zum Versuch abgelegt wurde (23.). Der Erhöhungskick von Niklas Bechtel sorgte für den Ausgleich. Doch die Polen hatten nur vier Minuten später eine Antwort, als Kicker Pastukhov einen Straftritt zum 10:7 verwandelte.
 
Polen hatte nun mehr vom Spiel, war deutlich häufiger in der Offensive, erarbeitete sich gute Feldpositionen, wusste das allerdings nicht immer in Punkte umzumünzen. So knallte in der 38. Minute ein weiterer Straftritt an den Pfosten, von dort zwar zurück in polnische Arme, aber den folgenden Angriff wehrte die insgesamt gute deutsche Verteidigung ab, sodass bis zur Pause keine weiteren Punkte dazukamen.
 
Nach dem Seitenwechsel stürmte Polen allerdings direkt wieder nach vorn, bekam direkt wieder einen Straftritt zugesprochen, den Pastukhov diesmal wieder verwandelte (41.). Und nur drei Minuten später landete ein fataler deutscher Pass direkt in den Armen von Mateusz Kolas, der zwar einen langen Sprint vor sich, aber dafür freie Bahn bis unter die deutschen Stangen hatte – erhöhter Versuch zum 20:7.
 
Polen war auch weiter deutlich wirkungsvoller im Vorwärtsgang und damit auch deutlich häufiger in aussichtsreicher Position als die Deutschen, die zu selten in der Nähe des gegnerischen Malfelds auftauchten. Man verteidigte zwar noch viele Situationen weg, rieb sich offensiv aber lange an Polens Verteidigung auf, bis in der 63. Minute mal das Paket stark anschob und der Ball in den Händen von Anton Troch über die Mallinie getragen wurde. Der Erhöhungskick von Jon Caister aber verfehlte sein Ziel.
 
Rugby Deutschland bäumte sich merklich auf, wollte mehr, wurde aber geerdet, als Polen gleich die nächste Chance per Straftritt nutzte, um den Vorsprung wieder auszubauen (68.). Danach wollte Polen mit aller Macht die Vorentscheidung, versuchte sich zweimal aus deutlich über 30 Metern Entfernung erfolglos mit einem Straftritt. Dafür gelang dem Kicker in der 75. Minute ein sehenswertes Drop Goal, das den 26:12-Endstand herstellte.
 
Deutschland steckte aber auch in Unterzahl – nachdem Cosmo Zymvragos mit seiner zweiten Gelben Karte vom Platz musste – nicht auf und versuchte bis zur Schlussminute noch alles, um das Ergebnis zumindest knapper zu gestalten, allerdings ohne zählbaren Erfolg.
 
Punkte:
7:0 (16.) – Versuch Kacper Skup & Erhöhung Arsenii Pastukhov
7:7 (23.) – Versuch Tim Frauenfeld & Erhöhung Niklas Bechtel
10:7 (27.) – Straftritt Arsenii Pastukhov
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13:7 (41.) – Straftritt Arsenii Pastukhov
20:7 (44.) – Versuch Mateusz Kolas & Erhöhung Arsenii Pastukhov
20:12 (63.) – Versuch Anton Troch
23:12 (68.) – Straftritt Arsenii Pastukhov
26:12 (75.) – Drop Goal Arsenii Pastukhov
 
Startaufstellung Deutschland:
1 Karl Römming – 2 Max Maurer – 3 Cosmo Zymvragos – 4 Tim Frauenfeld – 5 Carlos Heil – 6 Anton Troch – 7 Christoph Weissberg – 8 Hannes Adler – 9 Felix Meffert – 10 Niklas Bechtel – 11 Alexander Galushkin – 12 Bennet Veil – 13 Anton Rupf – 14 Makonnen Amekuedi – 15 Nils Kanngießer
 
16 Noah Porter – 17 Hans Heinrich Koch – 18 Edward Shekete – 19 Jeremie Küster – 20 Marius de Giacomoni – 21 Jon Caister – 22 Jack Byszio – 23 Nick Hittel – 24 Finn Dieckmann – 25 Angelo Galster
 
Schiedsrichter: Franco Rosella (ITA)