Recap: RD Jugendcamp 2026: 60 Talente aus elf Landesverbänden im Fokus
5th November 2026
Rugby Deutschland
Drei Tage Rugby, persönliche Entwicklung und Perspektiven für die Zukunft: Vom 30. Oktober bis 1. November kamen 60 Spieler aus elf Landesverbänden zum RD Jugendcamp in Heidelberg zusammen. Im Mittelpunkt standen die sportliche Weiterentwicklung, das gegenseitige Kennenlernen und die Frage, welche Voraussetzungen junge Talente mitbringen müssen, um ihren Weg im Rugby erfolgreich weiterzugehen.
Das RD Jugendcamp brachte am vergangenen Wochenende 60 Spieler der Jahrgänge 2011 und 2012 aus insgesamt elf Landesverbänden zusammen. Unter professionellen Rahmenbedingungen erhielten die Talente die Möglichkeit, sich auf einem überregionalen Niveau mit Gleichaltrigen zu messen, neue Impulse zu sammeln und ihre Fähigkeiten in einem bundesweiten Umfeld zu präsentieren.
Unter der sportlichen Leitung von Bundesstützpunkttrainer Anjo Buckman standen intensive Trainingseinheiten auf dem Programm. Dabei wurde bewusst disziplinunabhängig gearbeitet: Weder Rugby 7s noch Rugby 15s standen isoliert im Mittelpunkt. Vielmehr ging es um eine ganzheitliche rugby-spezifische Entwicklung und die Grundlagen, die junge Spieler für ihren weiteren sportlichen Weg benötigen.
Begleitet wurden die Einheiten von den Landestrainern sowie Samy Füchsel, der auch Trainer der deutschen U18-Nationalmannschaft im 15er-Rugby ist. Der Austausch zwischen den Trainern ermöglichte unterschiedliche Perspektiven auf die Entwicklung der Spieler und schuf eine wichtige Verbindung zwischen Landesverbänden, Bundesstützpunkt und Nationalmannschaft.
Potenzial erkennen und Perspektiven schaffen
Für Rugby Deutschland ist das Jugendcamp ein wichtiger Baustein, um Talente aus den verschiedenen Landesverbänden zusammenzuführen und einen umfassenderen Eindruck vom Entwicklungsstand des Jahrgangs zu gewinnen. Neben den aktuellen sportlichen Fähigkeiten spielen dabei insbesondere Lernbereitschaft, Einstellung, Disziplin und Teamfähigkeit eine Rolle.
Die Spieler hatten die Gelegenheit, sich unter anspruchsvollen Bedingungen zu präsentieren und sich mit anderen Talenten ihres Alters zu messen. Gleichzeitig konnten die Coaches individuelle Stärken und Entwicklungspotenziale beobachten und mit den Spielern über gegenseitige Erwartungen sprechen.
7er Sportdirektor Felix Lammers sieht darin eine wichtige Grundlage für die zukünftige Nachwuchsentwicklung:
„Wir haben in Deutschland viel Potenzial im Nachwuchsbereich. Entscheidend ist, dass wir dieses Potenzial erkennen, die Spieler frühzeitig zusammenbringen und ihnen die Möglichkeit geben, sich auf einem entsprechenden Niveau weiterzuentwickeln. Das Camp bietet uns die Gelegenheit, über die Grenzen der Landesverbände hinauszuschauen und ein besseres Bild davon zu bekommen, welche Talente und Entwicklungsmöglichkeiten in diesem Jahrgang stecken.“
Entwicklung geht über den Platz hinaus
Nachwuchsförderung bedeutet mehr als die Vermittlung rugby-spezifischer Fähigkeiten. Wer sich im Sport langfristig entwickeln möchte, braucht auch persönliche Kompetenzen, die über den Trainings- und Spielbetrieb hinausgehen.
Deshalb ergänzten zwei Workshops das sportliche Programm. Die Themen Mental Health und der verantwortungsvolle Umgang im Netz setzten wichtige Impulse für die persönliche Entwicklung der jungen Spieler und griffen zugleich Themen aus ihrer Lebenswelt außerhalb des Sports auf.
Im Workshop von Ben Ellermann zum Thema Mental Health stand die Bedeutung der mentalen Gesundheit im Sport im Mittelpunkt. Die Spieler setzten sich damit auseinander, wie sie mit Leistungsdruck, persönlichen Herausforderungen und mentalen Belastungen im Trainings- und Wettkampfalltag umgehen können und warum es wichtig ist, die eigene mentale Gesundheit bewusst wahrzunehmen.
Der von Jonas Stratmann geleitete Workshop zum Umgang im Netz thematisierte die Rolle sozialer Medien im Sportleralltag. Dabei ging es insbesondere um einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Räumen, die eigene Präsenz in sozialen Medien und die Auswirkungen des digitalen Verhaltens auf das persönliche und sportliche Umfeld.
Damit griff das Jugendcamp bewusst auch Themen auf, die für die Spieler als junge Menschen und nicht nur als Sportler relevant sind.
Gemeinsame Verantwortung für die Entwicklung
Die Zusammenarbeit zwischen Bundesstützpunkt, Nationalmannschaftstrainern und Landestrainern ist ein wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Nachwuchsentwicklung. Das Camp schafft einen Rahmen, in dem unterschiedliche Trainerperspektiven zusammenkommen und die Spieler über ihre regionalen Strukturen hinaus wahrgenommen werden können.
Bundesstützpunkttrainer Anjo Buckman betont den sportlichen und persönlichen Anspruch des Wochenendes:
„Uns war wichtig, den Spielern ein anspruchsvolles Umfeld zu bieten, in dem sie gefordert werden, sich miteinander messen und voneinander lernen können. Dabei schauen wir nicht nur auf das, was ein Spieler heute schon kann. Genauso wichtig sind seine Einstellung, seine Lernbereitschaft und sein Umgang mit den Mitspielern. Entwicklungspotenzial zeigt sich nicht allein in der sportlichen Leistung.“
Auch für Samy Füchsel, Trainer der deutschen U18-Nationalmannschaft im 15er-Rugby, ist die frühzeitige Verbindung zwischen den verschiedenen Entwicklungsstufen von Bedeutung:
„Solche Maßnahmen geben uns die Möglichkeit, Talente früher wahrzunehmen, ihre Entwicklung zu begleiten und ihnen eine Orientierung zu geben, was auf dem nächsten Niveau von ihnen erwartet wird. Gleichzeitig können die Jungs erleben, welche Möglichkeiten sich ihnen durch kontinuierliche Arbeit und Engagement eröffnen.“
Ein gemeinsamer Schritt für die Zukunft des deutschen Rugbys
Das RD Jugendcamp hat gezeigt, wie viel Potenzial im deutschen Nachwuchs steckt und welchen Mehrwert bundesweite Maßnahmen für die Talententwicklung bieten können.
Für Rugby Deutschland geht es darum, diese Potenziale langfristig zu begleiten, die Zusammenarbeit zwischen den Landesverbänden und den nationalen Strukturen weiter zu stärken und jungen Spielern attraktive Entwicklungsperspektiven zu eröffnen.
