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7er-EM: Frauen so gut wie nie / Männer rutschen noch vom Podium

26th July 2026

Rugby Deutschland

Fotografiert von Rugby Europe

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Es war wirklich nicht das Turnier der deutschen 7er-Rugbymänner im Park Mladezi von Split (CRO). Als Führende der Gesamtwertung nach dem ersten Turnier der Rugby Europe Sevens Championships in Hamburg musste sich das Wolfpack um Bundestrainer Pablo Feijóo in Kroatien überraschend mit Rang sieben zufriedengeben. Und das reichte am Ende eben auch nicht, um wenigstens in der Gesamtwertung der Europameisterschaft 2026 auf dem Podium zu landen. Am Ende wurde man EM-Vierter. Ebenfalls ohne Medaille, aber mit einem tollen Resultat in der Tasche reisen Rugby Deutschlands 7er-Frauen wieder in die Heimat. Die Girl Gang war in Split in die Medaillenrunde eingezogen und konnte sich mit Rang vier die beste Turnierplatzierung der letzten Jahre sichern. In der EM-Endabrechnung landete das Team von Coach Curtis Bradford auf dem sechsten Platz.

Auch wenn die deutschen Frauen am dritten Turniertag beide Spiele verloren, so steht mit Rang vier am Ende das beste Ergebnis seit Jahren in einem EM-Turnier zu Buche. Schon in der Vorrunde wusste die Girl Gang mit einem 14:7-Arbeitssieg gegen die starken Portugiesinnen und einem klaren 34:5 gegen Außenseiter Schweden zu überzeugen. Die durchaus erwartbare Niederlage gegen die neuen Europameisterinnen aus Polen fiel mit 0:34 zwar etwas hoch aus, aber zugleich auch nicht ins Gewicht, denn das Viertelfinale war da bereits gebucht.

Dort ging es gegen den Hamburg-Zweiten Frankreich, und da lieferte das Team von Bundestrainer Curtis Bradford eine Top-Leistung ab. Zwar verteidigte die Girl Gang zunächst lange in der eigenen Hälfte, wartete aber geduldig auf ihre Chancen und lag zur Pause mit 10:0 vorn. Die favorisierten Französinnen wachten im zweiten Durchgang zwar auf und drehten das Ergebnis mit drei Versuchen in ein 17:10, doch am Ende sicherten Kapitänin Mette Zimmat und Gesine Adler den so überraschenden wie erfreulichen 22:17-Erfolg, der den umjubelten Einzug ins Halbfinale bedeutete.

Dort allerdings war der spätere Turniersieger Irland diesmal zu stark. Rugby Deutschland verteidigte zwar gut und leidenschaftlich, aber zumeist in der eigenen Hälfte, während man offensiv kaum zum Zug kam. Die Irinnen kontrollierten Ball und Spieltempo, und die deutsche Verteidigung konnte dem nicht dauerhaft standhalten, sodass es schon zur Halbzeit 0:17 aus deutscher Sicht stand. Auch danach hatte man Mühe, aus der eigenen Hälfte zu kommen. Und auch, wenn man weiter gut verteidigte, gab es offensiv für die Girl Gang kein Durchkommen. So zog Irland mit einem verdienten 22:0 ins Endspiel ein.

Für die Girl Gang allerdings ging es noch um die Bronzemedaille in Split. Doch auch gegen Spanien war an diesem Tag nichts zu holen für das deutsche Team, das einmal mehr stark verteidigte und viele Angriffsphasen abwehrte, aber kaum selbst in die Offensive kam. Dreimal fand Spanien im ersten Durchgang eine Lücke und legte Versuche zum 19:0. Die Ibererinnen kontrollierten auch danach das Geschehen, auch wenn es insgesamt ausgeglichener war. Lange kamen keine weiteren Punkte hinzu, weil die beiden Verteidigungen dominierten. Und die wenigen aussichtsreichen Vorstöße der Girl Gang wurden auch durch einige Ungenauigkeiten vergeben. Erst, als Annika Nowotny in der Schlussphase eine Zeitstrafe kassierte, gelang Spanien in Überzahl in der Nachspielzeit noch der vierte Versuch zum 24:0-Endstand.

Bundestrainer Curtis Bradford: “Heute sind wir ein wenig enttäuscht, weil wir gerade offensiv sicher unter unseren Möglichkeiten geblieben sind. Aber die Mädels haben alles versucht. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir zum ersten Mal in einem EM-Halbfinale standen – nach vielen Anläufen in den letzten Jahren. Das ist eine beeindruckende Leistung und ein großer Schritt in die richtige Richtung. Das Team hat sich in allen Belangen stark verbessert, und so können wir insgesamt sehr glücklich und stolz auf dieses Team sein.“

Wolfpack rutscht noch aus den Medaillenrängen

Die deutschen Männer waren zwar mit einem überzeugenden 36:0 gegen Außenseiter Polen in das Turnier gestartet, in der schwierigen Gruppe sollte es aber der einzige Sieg bleiben. Gegen Großbritannien sicherte man sich in der Nachspielzeit gerade noch ein 14:14-Unentschieden, und gegen Spanien unterlag man knapp mit 12:17.

Im wichtigen Viertelfinale warteten die Italiener, die zuletzt in Hamburg Dritter und in Split nach der Vorrunde das zweitbeste Team waren. Auch hier fand das Wolfpack nie so richtig in seinen Rhythmus und lag schon zur Pause mit 7:21 zurück. In einer etwas besseren zweiten Hälfte kam man zwar noch mal auf, unterlag aber knapp mit 19:21.

Danach schien die Luft raus zu sein am Ende einer langen und intensiven Saison und mit der Enttäuschung über die vergebene EM-Titelchance in den Köpfen. Und so konnte das deutsche Team auch im Halbfinale der Runde um die Plätze 5 bis 8 gegen Portugal nur phasenweise im zweiten Durchgang andeuten, was es leisten kann. Den 0:19-Rückstand am Ende einer verkorksten ersten Halbzeit konnte man danach nicht mehr aufholen. Auch wenn Felix Hufnagel und Niklas Koch ihr Team mit zwei Versuchen noch mal etwas näher heranbrachten, stand am Ende ein 14:26 auf der Anzeigetafel, sodass es für das Wolfpack in Split nur noch um Platz sieben ging.

Dort sahen die Fans gegen Georgien wieder eher das Team, was man zuletzt in Hamburg gesehen hatte. Früh baute das Wolfpack Druck auf und ging durch einen erhöhten Versuch von Daniel Eneke in Führung (2.). Den konnte Georgien zwar später ausgleichen. Doch noch vor der Pause entging Lennox Wiese gleich drei Tacklings und stellte den 12:7-Halbzeitstand her. Nach dem Seitenwechsel war es eine einseitige Partie, in der Rugby Deutschland viel Ballbesitz und die klare Spielkontrolle hatte. Felix Hufnagel, Makonnen Amekuedi und Chris Umeh machte es mit ihren Versuchen deutlich, auch wenn die Georgier mit ihrer einzigen nennenswerten Offensivaktion im zweiten Durchgang noch Ergebniskosmetik betrieben und mit dem Schlusspfiff auf 14:33 stellten.

Bundestrainer Pablo Feijóo: “Wir sind natürlich enttäuscht über unser Abschneiden in Split, denn wir hatten uns nach den starken Leistungen in Hamburg viel mehr erhofft. Aber rückblickend können wir stolz sein auf diese Jungs, die trotz vieler Verletzungen die Hamburg 7s gewinnen konnten. In Split hätten wir natürlich gern besser abgeschnitten. Alles in allem war es eine sehr lange und aufregende Saison für uns. Wir müssen weiter daran arbeiten, mehr Spieler in das Programm und auf dieses Niveau zu bekommen, um künftig besser für so intensive Herausforderungen vorbereitet zu sein.“

Rugby Europe Womens Sevens Championship, Endstand:
1. Polen (36 Punkte), 2. Frankreich (32), 3. Irland (30), 4. Spanien (30), 5. Belgien (26), 6. Deutschland (26), 7. Portugal (14), 8. Tschechien (11). 9. Großbritannien (9), 10. Dänemark (6), 11. Schweden (6), 12. Türkei (2)

Rugby Europe Mens Sevens Championship, Endstand:
1. Frankreich (38 Punkte), 2. Italien (34), 3. Belgien (30), 4. Deutschland (28), 5. Portugal (24), 6. Spanien (24), 7. Großbritannien (18), 8. Georgien (12), 9. Tschechien (8). 10. Ukraine (6), 11. Litauen (4), 12. Polen (2)