EM: Girl Gang schon im Viertelfinale, Wolfpack muss noch nachlegen
24th July 2026
Rugby Deutschland
Fotografiert von Rugby Europe / Neil Kennedy

Die deutschen 7er-Frauen stehen nach einem starken ersten Turniertag und zwei Siegen gegen Portugal und Schweden bereits vorzeitig im Viertelfinale, während die deutschen Männer in einer starken und enorm spannenden Gruppe noch etwas zittern und möglichst morgen im letzten Gruppenspiel Spanien schlagen muss.
Die Frauen feierten zwei starke Siege zum Auftakt des ersten Turniertages in Split. Im ersten Auftritt gegen Portugal waren es zunächst die Defensiven auf beiden Seiten, die zu überzeugen wussten. Die Girl Gang musste lange in der eigenen Hälfte verteidigen, ließ aber ebenso keine Punkte zu wie die Ibererinnen. Offensiv mussten die deutschen Frauen buchstäblich im jeden Meter Raumgewinn hart kämpfen, bis Mette Zimmat kurz vor der Pause mal eine Lücke fand, eine Verteidigerin abwehrte und auf der rechten Seite für den Versuch durch war. Mit dem Erhöhungskick stellte Charlotte Malaizier die 7:0-Führung her. Portugal schlug im zweiten Durchgang mit einem ebenfalls erhöhten Versuch zurück, aber am Ende zahlten sich die stetigen Bemühungen Rugby Deutschlands aus, und erneut kurz vor der Sirene legte Zimmat den Versuch, diesmal erhöht von Julia Braun zum 14:7-Auftaktsieg.
Die zweite Partie war deutlich früher entschieden und verlief auch viel einseitiger. Beim 34:5-Erfolg gegen Schweden nutzte Kapitänin Zimmat gleich den ersten Fehler des Gegners zum Versuch (1.). Die Skandinavierinnen waren defensiv zwar recht griffig, hatten aber kaum mal den Ball in der Hand, und wenn, dann leisteten sie sich immer wieder leichte Fehler und Ballverluste, die Deutschland zu nutzen wusste. Sophie Hacker nach schönem Zusammenspiel mit Braun (5.), Annika Nowotny nach einem schwedischen Fehlpass (6.) und Sarah Gossmann, die mehrfach offloaden wollte, aber nicht zu Boden gebracht wurde und sich dann einfach selbst ins Malfeld warf (7.), besorgten den klaren 22:0-Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel spielte die Girl Gang durch Julia Braun (9.) und Charlotte Malaizier (14.) noch zwei weitere Versuche heraus, während Schweden mit dem einzigen nennenswerten Durchbruch zwischenzeitlich auf 5:29 verkürzen konnte (10.)
Die Männer machten in Split direkt da weiter, wo sie als Turniersieger zuletzt bei den Hamburg 7s aufgehört hatten. Gegen Polen brauchte das Team zwar einen Moment, um seinen Rhythmus zu finden, ließ dann aber gegen den Außenseiter gar nichts anbrennen und gewann völlig souverän mit 36:0. Das Wolfpack nahm sich etwas Zeit, um sich Polen zurechtzulegen, schlug dann aber gleich doppelt innerhalb einer Minute zu, als erst Felix Hufnagel und dann Makonnen Amekuedi zum Versuchen ablegten und auf 12:0 stellten. Polen leistete sich unter dem Dauerdruck der kompromisslosen deutschen Verteidigung einige Fehler und auch Ballverluste, die noch vor der Pause erst Bennet Veil und dann noch mal Amekuedi zum 24:0-Pausenstand nutzten. Und auch im zweiten Durchgang war es ein eher einseitiges Spiel. Das Wolfpack presste die Polen gleich wieder tief in die deren Hälfte. Und die machten es den Deutschen auch nicht wirklich schwer, zu weiteren Punkten zu kommen. In der 11. Minute wurde Daniel Eneke von Hufnagel rechts freigespielt und legte ab, und eine Minute später zeigte Lennox Wiese einen Offload zu Bela Sindermann, der den Schlusspunkt setzte. Dass Polen, dass eigentlich keine nennenswerte Offensivaktion hatte, die Partie mit einem nach vorn verlorenen Ball beendete, war beinahe symptomatisch für dieses Spiel.
Das zweite Gruppenspiel war da ein ganz anderes Kaliber. Den Briten war anzumerken, dass sie das schlechte Abschneiden in Hamburg wiedergutmachen wollten. Zuvor hatten sie bereits Spanien geschlagen, und auch gegen die Deutschen lieferten sie ein enorm intensives Spiel auf Augenhöhe mit harten Tacklings und starker Abwehrarbeit auf beiden Seiten. Beide Teams hatten aussichtsreiche Chancen, brachten den Ball aber lange nicht über die Linie. Erst in der 7. Minute gelang den Briten der erste Versuch zum 7:0-Pausenstand. Makonnen Amekuedi zeigte in der 11. Minute eine gute Übersicht und bereitete den erhöhten Versuch von Philip Gleitze zum 7:7 stark vor. So war die sehr ausgeglichene Partie wieder völlig offen. Als Großbritannien in der 14. Minute den Versuch legte, schien die Entscheidung gefallen. Aber es wurde noch mal angekickt, und dem Wolfpack gelang in der dritten Minute der Nachspielzeit durch Amekuedi und den Erhöhungskick von Hufnagel noch der Ausgleich zum 14:14, der die Situation in der Gruppe enorm spannend hält.
