SC Germania List holt bei den FINALS beide DM-Titel
23rd July 2026
Rugby Deutschland
Fotografiert von Jürgen Kessler Sportfotografie


Der SC Germania List hat bei den FINALS in Hannover einen Doppelsieg gefeiert. Sowohl die Frauen als auch die Männer des Hannoveraner Vereins sicherten sich im mit gut 2700 Zuschauern prall gefüllten Erika-Fisch-Stadion die Deutschen Meistertitel im olympischen 7er-Rugby. Zuerst lieferten sich die “Germaninnen“ eine bis zum Schluss extrem enge Partie gegen den SC Neuenheim, gewann dann aber mit 12:7 (7:0) den vierten nationalen 7er-Titel. Danach zeigten auch die Lister Männer in der Neuauflage des Vorjahresfinales gegen die RG Heidelberg einen echten Rugby-Krimi, den die Lokalmatadoren mit 17:12 (12:7) für sich entschieden und damit zum zweiten Mal in Serie den Titel verteidigten.
Die Frauen des SC Germania List, im Vorjahr noch im Endspiel dem Heidelberger RK unterlegen, hatte sich beim 5:0-Sieg im Halbfinale eine „Abwehrschlacht“ gegen den TSV Handschuhsheim geliefert und bekamen es im Finale mit einem weiteren Heidelberger Verein zu tun. Der SC Neuenheim, der in der Vorschlussrunde die Titelverteidigerinnen mit 28:17 ausgeschaltet hatte, begann im Finale auch druckvoll, doch List ließ sich den Schneid nicht abkaufen. Die ersten Angriffsphasen brachten auf beiden Seiten keine Punkte ein. Erst kurz vor der Pause legte Laura Dervari den ersten Versuch für Hannover, den sie auch selbst zum 7:0 erhöhte.
Direkt nach Wiederanpfiff war es Neuenheims Maike Drewenskus, die für den Versuch durchbrechen konnte. Mit dem Erhöhungskick stellte Annika Bergemann den Ausgleich her. Danach überstand der SC Germania eine Zeitstrafe ohne Gegenpunkte und hatte dann in der Schlussminute in Katharina Epp die Matchwinnerin in seinen Reihen, die zum 21:7-Endstand ablegte. Der SCN kam zwar noch einmal, verlor aber im Kontakt den Ball, und der SC Germania List sicherte sich den ersten Titel seit 2023 – damals übrigens auch in Hannover.
Germanias Co-Trainer Stefan Dervari-Mau: „Die Mädels haben sich sehr gut mit der Situation der fehlenden Leistungsträgerinnen, die ja viele Teams betraf, arrangiert. Was uns am Ende geholfen hat, ist die große Breite, die wir mittlerweile im Kader haben. Das Team hat sich im Turnier immer weiter gesteigert, musste ja auch einige intensive Spiele bestreiten, aber irgendwie ist alles aufgegangen. Der SCN hätte es heute sicher auch verdient gehabt, aber ich finde, am Ende haben wir nicht unverdient den Titel gewonnen.“
Germania-Männer schaffen zweite Titelverteidigung
Am Ende bejubelten die Hannoveraner Fans auch den Titel der Männer des SC Germania List. In der Neuauflage des Endspiels aus Vorjahr bei den FINALS in Dresden stand man jedoch den starken Mannen der RG Heidelberg gegenüber, die im Halbfinale den 15er-Rugbymeister SC Frankfurt 1880 mit 45:0 geradezu deklassiert hatten. Doch auch List hatte sich mit einem klaren 24:7 gegen den TSV Handschuhsheim den Finaleinzug absolut verdient.
Dort entwickelte sich von der ersten Minute an eine ausgeglichene und jederzeit spannende Partie, in der Nick Hittel für die RGH den ersten erhöhten Versuch legte (3.). Doch List, das sehr konzentriert und nahezu fehlerfrei spielte, ließ die Heidelberger danach nicht mehr so recht zur Entfaltung kommen. Ben Caister legte den Versuch, den Daniel Koch, der kurz zuvor die Germania-Damen zum Titel gecoacht hatte, sicher zum Ausgleich erhöhte. Und noch vor der Pause besorgte Maurice Riege mit seinem Versuch die 12:7-Führung für die Hannoveraner.
Riege war es auch, der im zweiten Durchgang mit seinem zweiten Versuch zum 17:7 die Führung ausbaute (9.), bevor die RGH wiederum in Überzahl – nach Gelber Karte für List – durch Max Kammholz wieder auf 12:17 verkürzte (12.). Danach setzte sich Heidelberg sich noch mal am gegnerischen Malfeld fest und kam mit der letzten Aktion vermeintlich zum Versuch, der den Ausgleich und mindestens die Verlängerung bedeutet hätte, aber die Schiedsrichter sahen den Ball nicht korrekt abgelegt. Und so jubelte Hannover über den Titel-Doppelschlag bei den FINALS in der niedersächsischen Landeshauptstadt.
„Ich bin wirklich stolz auf das Team, dass neben den fehlenden Nationalspielern auch noch kurzfristig einige verletzte Spieler verkraften musste“, so Coach Rafael Pyrasch. „Die Jungs haben ein starkes Turnier und ein richtig gutes Finale gegen einen starken Gegner gespielt. Das war hohes 7er-Rugby-Niveau und wirklich Werbung für unseren Sport.“
