Sensationssieg zum EM-Saisonauftakt!
8th February 2026
Rugby Deutschland
Fotografiert von Rugby Europe / JĂŒrgen Kessler

Die deutschen 15er-RugbymĂ€nner haben in Heidelberg einen sensationellen 30:24 (6:14)-Sieg gegen WM-Teilnehmer RumĂ€nien gefeiert. Vor allem mit einer ĂŒberragenden Leistung im zweiten Spielabschnitt kaufen die Deutschen dem hoch favorisierten Gegner den Scheid ab, hatten immer wieder eine Antwort parat und machten so zum Auftakt der Saison, in der es fĂŒr die Schwarzen Adler um den Klassenerhalt geht, einen eindrucksvollen ersten Schritt. Am kommenden Wochenende (14. Februar) steht in Dessau direkt die nĂ€chste groĂe Herausforderung gegen einen WM-Teilnehmer an. Dann empfangen die Adler das Team aus Portugal.
Nationaltrainer Mark Kuhlmann: âWir machen das jetzt schon so lange, und oft war es fĂŒr uns nicht leicht. Aber heute haben sich die Jungs das absolut verdient. Heute wir bewiesen, dass wir in dieser Liga mitspielen können. Aber um solche Leistungen konstant bringen zu können, braucht es natĂŒrlich auch konstant andere Rahmenbedingungen. Dass wir groĂes Potenzial in der Mannschaft haben, das hat man heute, glaube ich, gut sehen können. Wir hatten uns einen einfachen Spielplan zurechtgelegt, der am Anfang nicht ganz aufgegangen ist. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir den super umgesetzt. RumĂ€nien hat auch Fehler gemacht, was uns natĂŒrlich in die Karten gespielt hat. Aber am Ende haben die Jungs die auch gut ausgenutzt.â
ErwartungsgemÀà gab es von Beginn an Druck von den favorisierten RumÀnen, aber das deutsche Team hielt defensiv ganz gut dagegen. Man eroberte auch in der Gasse den Ball und bekam einige Straftritte zugesprochen, weil die GÀste es zu Beginn nicht ganz so diszipliniert spielten. Insgesamt sahen die Zuschauer bei dem tiefen und schweren GelÀuf im Fritz-Grunebaum-Sportpark von Anfang an viele Kicks von beiden Teams.
Nach knapp 15 Minuten verlagerten die Deutschen das Spiel auch immer weiter in Richtung der rumĂ€nischen HĂ€lfte. Und prompt setzte Leo Wolf den ersten Straftritt in Kickweite auch zu den Stangen und brachte die ersten drei Punkte fĂŒr die Schwarzen Adler auf die Anzeigetafel (16.) â also ein sehr ordentlicher Start des Teams um Neu-KapitĂ€n Justin Renc.
Doch wenig spÀter spielte RumÀnien seine körperliche StÀrke eindrucksvoll aus, schob das Paket stark an und bis ins Malfeld. Kicker Alin Conache erhöhte den ersten Versuch sicher (19.). Die Adler schienen jedoch unbeeindruckt, kamen durch einen starken Lauf von Daniel Hamilton-Strong schnell wieder in die rumÀnische HÀlfte. Und weiterhin verteidigte Rugby Deutschland stark, erzwang auch Fehler, die Gasse funktionierte gut, und auch an den Kontaktpunkten hielt man durchaus gut dagegen und gewann auch immer wieder Meter. Wieder nutzte Leo Wolf die Chance auf drei Punkte per Kick und brachte die Adler wieder bis auf einen Punkt heran (32.).
Noch vor der Pause legten die rumĂ€nischen Eichen aber den zweiten erhöhten Versuch: Einen âdurchgestecktenâ, flachen Kick erlief Toni Maftei ganz links im deutschen Malfeld (37.). trotz des 6:14-RĂŒckstandes zur Halbzeit dĂŒrften die deutschen Coaches aber gar nicht so unzufrieden gewesen sein.
Das deutsche Team hielt defensiv weiter stark dagegen, und es begann jetzt auch, sich offensiv auch mal zu belohnen. Man erarbeitete sich mehrfach Ausgangsposition erarbeiten, und dann gab es auch den ersten Versuch: Als am Ruck die TĂŒr fĂŒr GedrĂ€ngehalb Oliver Paine aufging, spurtete er zum Versuch ins Malfeld (50.). Wolf erhöhte sicher zum 13:14, und Rugby Deutschland war wieder dran. Und die Adler gingen vier Minuten sogar in FĂŒhrung. Felix Lammers wurde schön links freigespielt und legte gleich den zweiten Versuch. Die RumĂ€nen gerieten in dieser Phase ein wenig ins Schwimmen, griffen fast wĂŒtend an, leisteten sich dabei aber Fehler gegen die gut verteidigenden Deutschen, die in dieser Phase das Momentum fĂŒr sich hatten, sich in der gegnerischen 22-Meter-Zone festsetzten und durchaus am dritten Versuch schnupperten.
Die RumĂ€nen hatten allerspĂ€testens jetzt verstanden, dass es heute eng werden könnte und nahmen in der 65. Minute lieber drei Punkte per Straftritt zum 17:18 mit. Kurz darauf lieg Maftei zwar zum nĂ€chsten Versuch ein und schienen damit die FĂŒhrung zurĂŒckgeholt zu haben, aber der Versuch wurde per Video ĂŒberprĂŒft â und zurĂŒckgenommen, weil es einen Vorball gegeben hat (68.). Stattdessen legten die Adler einen lautstark umjubelten Versuch: Die RumĂ€nen lieĂen den Ball nach einem langen deutschen Kick fallen, John Dawe nahm ihn auf, bediente Daniel Hamilton-Strong, der das Ergebnis auf 23:17 stellte (69.).
Die Schlussphase hatte es dann wirklich in sich: RumĂ€nien machte richtig Druck und ging mit einem erhöhten Versuch von Gheorghe Gajion in der 72. Minute wieder in FĂŒhrung. Aber heute war die groĂe Ăberraschung drin, und die deutschen Spieler wollten sich diese Chance nicht entgehen lassen. In der 75. Minute sah Leo Wolf seine Chance, sprintete frei in Richtung des Malfelds und legte im Sprung den letztlich entscheidenden Versuch, den er auch selbst zum 30:24 erhöhte. RumĂ€nien wollte es in den letzten Minuten noch mal drehen, aber die Adler verteidigten leidenschaftlich, eroberten den Ball in der Nachspielzeit und machten so die Sensation perfekt.
Punkte:
3:0 (16.) Straftritt Leo Wolf
3:7 (19.) Versuch Cristi Boboc & Erhöhung Alin Conache
6:7 (32.) Straftritt Leo Wolf
6:14 (37.) Versuch Toni Maftei & Erhöhung Alin Conache
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13:14 (50.) Versuch Oliver Paine & Erhöhung Leo Wolf
18:14 (54.) Versuch Felix Lammers
18:17 (65.) Straftritt Alin Conache
23:17 (69.) Versuch Daniel Hamilton-Strong
23:24 (72.) Versuch Gheorghe Gajion & Erhöhung Alin Conache
30:24 (75.) Versuch & Erhöhung Leo Wolf
Startaufstellung Rugby Deutschland:
1 Dustin Mizera - 2 Andrew Reintges - 3 Edward Shekete - 4 Luis Ball - 5 Ewan McTaggart - 6 Justin Renc - 7 Shawn Ingle - 8 Oliver Stein - 9 Oliver Paine - 10 Leo Wolf - 11 Felix Lammers - 12 John Dawe - 13 Robin PlĂŒmpe - 14 Daniel Hamilton-Strong - 15 Christopher Hennig
16 Darren Ferrar - 17 Daniel Wolf - 18 Christopher Howells - 19 Hassan Rayan - 20 Tobias Bauer - 21 Luke Wakefield - 22 Michael McDonald - 23 Aiden Dixon
Gelbe Karte: - / Kemal Altinok (54.)
Zuschauer: 1500
Schiedsrichter: Saba Makharadze, Saba Abulashvili, Mariam Goguadze (GEO)
