Schwarze Adler bereit für EM-Start in Rumänien
28th January 2025
Rugby Deutschland
Fotografiert von Jan Perlich (Rugbylicious Photography)

Am kommenden Wochenende, vielmehr bereits am Freitag, den 31. Januar um 17 Uhr, startet für die deutschen 15er-Rugbynationalmannschaft der Männer die diesjährige Saison in der Rugby Europe Championship (REC). Saisonauftaktgegner im Stadionul Arcul de Triumf von Bukarest wird dann Rumänien sein. Zusätzlich zum ausgemachten Ziel, erneut eine gute EM-Kampagne zu spielen, hat die REC 2025 den Status der europäischen Qualifikation zum Rugby World Cup 2027 in Australien.
Gelänge es den im Vorjahr sechstplatzierten Schwarzen Adlern, in dieser Saison unter die Top-Vier zu kommen, wäre die erstmalige Qualifikation zum World Cup für ein deutsches 15er-Rugbyteam der Männer gesichert. Als Fünfter könnte man dann noch in einem Repechage-Turnier um die letzte Chance auf einen WM-Startplatz kämpfen.
Im starken Championship-Starterfeld gehört das deutsche Team nominell zwar eher zur Gruppe der Außenseiter, doch nach der guten letzten Spielzeit mit starken Auftritten etwa gegen Georgien oder Spanien und der mittlerweile auf europäischem Niveau gewonnenen Erfahrung ist man in Rugby Deutschland klar der Meinung, dass man sich nicht verstecken müsse und auch ambitioniert nach dieser Chance greifen könne. „Natürlich wissen wir, dass das eine sehr große Herausforderung für uns ist“, so Nationaltrainer Mark Kuhlmann. „Rumänien und Portugal, auf die wir bereits in der Vorrunde treffen, sind sicher favorisiert, und auch Belgien ist alles andere als ein Selbstläufer.“ Aber: Alle Teams hätten die gleiche Chance, und man werde alles dafür tun, diese auch zu ergreifen.
Vom Saisonauftakt in Rumänien, in der Weltrangliste auf Platz 20 deutlich vor Deutschland (32) liegend, erwartet der Nationaltrainer kein Spiel zum Zungeschnalzen, sondern eher einen harten Kampf. „Rumänien spielt einen klassischen osteuropäischen Stil, sehr körperbetont und eher sturmlastig. Sie haben große und physisch starke Männer, verfügen über ein starkes Gassepaket und bieten auch in der Hintermannschaft durchaus interessante Spieler auf. Dazu ist das Team aufgrund vieler Spieler in der eigenen Profiliga und einer langen gemeinsamen Vorbereitungszeit sehr erfahren und gut eingespielt.“
Das deutsche Team, dessen Kern quasi aus der Winterpause in die EM startet, hat zuletzt viel an der allgemeinen Fitness gearbeitet, sowie weiter am Spielsystem und an der Fehlervermeidung. Dazu würde es auch darauf ankommen, auf dem Platz diszipliniert zu agieren und möglichst die sich bietenden Chancen konsequent zu nutzen.
Dieser Kader reist schon am morgigen Mittwoch nach Rumänien:
Heidelberger RK: Jörn Schröder, Markus Bachofer, Andrew Reintges
SC Frankfurt 1880: Daniel Wolf, Leo Wolf, Oliver Stein, Marcel Henn, Christophe Edene, Hassan Rayan
RK Heusenstamm: Zinzan Hees
DSV 1878 Hannover: Jan Piosik
RG Heidelberg: Robin Plümpe, Bastian van der Bosch
SC Germania List: Nico Windemuth
SC Neuenheim: Felix Lammers, Nicolai Klewinghaus
TSV Handschuhsheim: Justin Renc
CA Castelsarrasin (FRA): Mika Tyumenev
RC Vannes (FRA): Eric Marks
Valence Romans (FRA): Tim Menzel
Maidenhead RFC (ENG): Shawn Ingle
Esher RFC (ENG): Henry Otto Pearson
Tonbridge Juddians RFC (ENG): Howard Packman
Clube Rugby Sao Miguel (POR): Bader Werner Pretorius
Bei der Nominierung des Kaders für den EM-Auftakt hatte das Trainerteam auf einigen Positionen sogar die Qual der Wahl. So hat man sich auf der Spielmacherposition diesmal gegen Edoardo Stella oder Michael McDonald entschieden, bietet dort etwa mit Tim Menzel einen erfahrenen Spieler auf, der zwar nicht als spektakulär gilt, jedoch als einer, der nur wenige Fehler macht und das Spiel gut lenken kann. Und auch unter den Stürmern war die Konkurrenz so groß, dass diesmal einige Athleten, die zuletzt im Kader standen, knapp das Nachsehen hatten. „Das zeigt“, so Mark Kuhlmann, „dass wir mittlerweile eine Tiefe im Kader haben, die wir wollen und auch dringend brauchen.“
Neu im 15er-Kader sind die in England aktiven Howard Packman und Henry Otto Pearson. Ersterer gehörte vor einigen Jahren bereits zum deutschen 7er-Programm und hatte dort mit starken Auftritten auf sich aufmerksam. Pearson hingegen gibt sein REC-Debüt für Rugby Deutschland. Der 22-Jährige, der unter anderem in der Gloucester Rugby Academy ausgebildet wurde, ist ein großer und enorm kräftiger Stürmer, der auf seiner Position in der ersten Reihe direkt Impact bringen kann.
TICKETS für das einzige Heimspiel dieser REC-Saison am 16. Februar in Kassel gibt es hier!
