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RUGBY DEUTSCHLAND

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Curtis Bradford neuer Bundestrainer Frauen

18th December 2024

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Das deutsche Frauennationalteam im olympischen 7er-Rugby wird künftig von einem in Vollzeit beim Verband angestellten Headcoach betreut. Der Waliser Curtis Bradford (29) übernimmt die erstmals komplett finanzierte Stelle als hauptamtlicher Bundestrainer Frauen. Bradford ist bereits seit eineinhalb Jahren bei Rugby Deutschland, unter anderem als Wissenschafts- und Ausbildungskoordinator sowie als Bundestrainer Nachwuchs und betreute in dieser Funktion zuletzt die U20-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft.

Curtis Bradford, herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg bei dieser neuen Aufgabe. Rugby Deutschland hat bereits lange Gespräche mit den entscheidenden Gremien beim DOSB und beim BMI geführt, um diese Position jetzt so besetzen zu können. Was hat sich jetzt verändert?
Das stimmt, da war wohl Überzeugungsarbeit nötig. Aber schlussendlich sieht man auch beim DOSB die sehr gute Entwicklung des deutschen Frauen-Programms, und auf dessen sportfachliche Empfehlung hin stellt das BMI nun die finanziellen Mittel bereit, um mit einem hauptamtlichen Vollzeittrainer die Spielerinnen in den nächsten Entwicklungsschritten bestmöglich zu unterstützen.

Das ist eine spannende Herausforderung. An welcher Stelle wird man zuerst anpacken müssen, um auf dem ja bislang schon guten Weg die nächste nachhaltige Etappe in der Entwicklung der Spielerinnen zu gehen? Und welche Ziele werden Sie mit diesem Team verfolgen?
Ja, es ist eine Herausforderung, aber ich freue mich sehr und bin stolz darauf, in diesem Programm mit diesen Frauen arbeiten zu können. Diese Spielerinnen gehören zu den engagiertesten, die ich kenne. Sie sind mit so viel Leidenschaft und großem Engagement dabei, und sie wurden von den Coaches vor mir, die für diese Aufgabe deutlich weniger Zeit zur Verfügung hatten, bereits sehr gut gefördert. Für mich besteht die erste Aufgabe also darin, zu bewerten, was bis hierhin gut gelaufen ist, und dann zu ermitteln, wo ich mit dem Luxus der zusätzlichen Zeit einen nachhaltigen Mehrwert schaffen kann. Es wäre leicht, über die Challenger Series und die Olympische Spiele als Ziele zu sprechen. Natürlich sind das mittel- und langfristig auch unsere Ziele. Aber sportliche Erfolge wie diese sind die Folge guter Wege, einer starken Team- und Trainingskultur und der kontinuierlichen Unterstützung der Spielerinnen dabei, sich stetig zu verbessern. Das Potenzial dafür ist allemal vorhanden.

Sie sind bereits eine Weile bei Rugby Deutschland, zuletzt unter anderem als U20-Nationaltrainer. Sie hatten zuvor bereits mehrere Positionen in Wales, England Australien, Italien oder Österreich inne. Was denken Sie: Wie groß wird die Umstellung sein? Oder ist es ein Vorteil, weil Sie die Prozesse schon kennen?
Für mich war es ein Glück, Cheftrainer der U20 zu sein, während ich zugleich Assistenztrainer der 15er-Frauen sowie bei den 7er- und 15er-Männern war. Dadurch habe ich einen sehr guten Einblick bekommen und viel darüber erfahren können, was in den verschiedenen Programmen gut funktioniert und in welchen Bereichen Entwicklungspotenzial ist. Vor allem mit Blick auf das Frauen-Programm war es wichtig, bereits gute Arbeitsbeziehungen zu den Spielerinnen aufzubauen und ein Verständnis dafür zu entwickeln, welche Methoden in Zukunft hoffentlich erfolgreich sein können.

Nun ist ein Vollzeit-Coach ein wichtiger Schritt, aber das allein wird vermutlich nicht ausreichen. Es wird sicher auch mehr gemeinsame Maßnahmen geben müssen. Ist so etwas geplant, und wie wird das aussehen?
Natürlich, ein Vollzeittrainer im Büro wird nicht viel bringen. Wir wollen und müssen selbstredend mehr gemeinsame Zeit auf dem Platz verbringen, mehr Lehrgänge und auch mehr Turniere ermöglichen. Dass das klappt, daran werden wir weiter arbeiten. Aber schon die Position allein wird dafür sorgen, dass es mehr Ressourcen für die individuelle Entwicklung und Training in Kleingruppen neben den beruflichen Verpflichtungen der Spielerinnen geben wird. Dazu unterstützen wir die Trainer und Aktiven in der Frauen-Bundesliga, um gemeinsam die nationalen Programme auf unsere Ziele auszurichten.

Die neue Finanzierung bezieht sich bekanntermaßen ausschließlich auf das olympische 7er-Rugby. In welcher Form könnte auch die 15er-Nationalmannschaft davon profitieren?
Die Überschneidung in den Kadern ist aufgrund der begrenzten Zahl von verfügbaren Spielerinnen natürlich ziemlich groß. Das bedeutet zwangsläufig, und das war in den letzten Jahren schon zu beobachten: Wenn die Spielerinnen im 7er-Programm häufiger und intensiver trainiert werden und ein leistungsorientierteres Umfeld vorfinden, werden sie diese Fortschritte natürlich auch in ihre Vereinsteams und in das 15er-Programm einbringen können.