Amsterdam 7s: Beide DRV-Teams verpassen Halbfinale
Für Carlos Soteras Merz und sein Team, aber gleichermaßen für die DRV-Frauen, war in Amsterdam mehr drin.

Amsterdam 7s: Beide DRV-Teams verpassen Halbfinale

Die Teams des Deutschen Rugby-Verbandes mussten bei den Amsterdam Sevens vorzeitig die Segel streichen. Sowohl das Development-Team der Männer als auch die deutschen Frauen belegten in ihren Zwischenrunden-Gruppen jeweils nur den zweiten Platz und durften daher nicht mehr im Halbfinale antreten.
 
Bis dahin hatten das „Development Wolfpack“ keinerlei Probleme im Turnier gehabt. In der Vorrunde wurde zunächst das niederländische Team Arc Arcadians mit 38:5 besiegt, das Nederlands Studenten Team im Anschluss gar mit 50:0. Und das französische Einladungsteam RC des Copains war mit 5:40 ebenfalls chancenlos gegen die DRV-Auswahl.
 
Nach einigem Hin und Her mit dem Spielplan am Abend des ersten Turniertags stand irgendwann fest, dass man in der Zwischenrundengruppe zunächst erneut auf die Arc Arcadians treffen würde. Wiederum stellten die Niederländer keine allzu große Hürde dar. Diesmal hieß es am Ende gar überdeutlich 54:0 aus Sicht des DRV-Teams.
 
Im zweiten Spiel wartete das bekannte Einladungsteam Samurai International RFC und damit erstmals ein guter Gegner, der das deutsche Team mehr zu fordern wusste. Dennoch bestimmte man das Spielgeschehen weitestgehend, lag zur Halbzeit nach jeweils Versuchen von Fabian Heimpel und Carlos Soteras Merz auch mit 14:7 vorn. Allerdings hatte man es im ersten Durchgang beinahe leichtfertig verpasst, schon eine klarere Führung und womöglich eine Vorentscheidung herauszuspielen. Samurai glich nach Wiederanpfiff aus, bevor Marcel Coetzee und Kicker Heimpel ihr Team mit 21:14 erneut in Führung brachten. Doch in der Schlussphase drehte Samurai die Partie noch zu ihren Gunsten. 21:28 hieß es aus deutscher Sicht, war bedeutete, dass das DRV-Team nicht ins Halbfinale einzog und damit vorzeitig ausgeschieden war.
 
„Leider haben wir unser System in diesem Spiel nicht komplett durchhalten können, und es ist besonders frustrieren, dass es Kleinigkeiten, Basics waren, die nicht funktioniert haben und die am Ende das Ausscheiden verursacht haben. Wir hätten die Partie eigentlich mit zwei Versuchen gewinnen können, wenn wir nur unsere Angriffe besser ausgespielt hätten“, ärgerte sich Coach Max Pietrek über diese aus seiner Sicht unnötige Niederlage. Insgesamt hingegen zeigte er sich mit dem Turnier in Amsterdam zufrieden. „Wir konnten hier gut an vielen Dingen arbeiten, vor allem am Systemspiel und an der Arbeit ohne Ball. Da gab es gute Fortschritte. Ziel solcher Turniere ist es ja, Spielpraxis zu sammeln und Trainingsinhalte im Wettkampf umzusetzen. Dahingehend können wir zufrieden sein. Wir hätten natürlich gern mehr erreicht, aber wir hatten hier eine gute Lernkurve mit Blick auf die anstehenden, großen Herausforderungen.“
 
DRV-Frauen verpassen ebenfalls Halbfinale
 
Für die deutschen Frauen begann das Turnier in Amsterdam mit einer Enttäuschung. Der erste Gegner, das US-Team Yankees, war nicht erschienen, und so wurde die Partie kampflos mit 30:0 gewertet. Gegen eines der Gastgeber-Teams, die AAC Ladies 2, durfte man dann allerdings ran. Doch die Amsterdamerinnen waren kein Gegner auf Augenhöhe, sodass am Ende nach Versuchen von Gesine Adler (3), Mette Zimmat (2), Katharina Epp, Steffi Gruber, Johanna Hacker und Julia Braun, die auch noch vier Erhöhungen addierte, ein überdeutliches 53:0 auf der Anzeigetafel stand. Gegen das französische Einladungsteam 7 Fantastics aber musste man eine 5:17-Niederlage einstecken. Lediglich Gesine Adler gelang ein Versuch zum zwischenzeitlichen 5:7. 
 
Dennoch zog man in die Zwischenrunde ein, wo mit dem Nationalteam Kasachstans und dem Vereinsteam vom RC Legia Warschau machbare Gegnerinnen warteten. Etwas überraschend und vor allem auch überraschend klar musste man sich trotz 5:0-Führung durch Gesine Adler den Kasachinnen am Ende mit 5:22 geschlagen geben. Da nützte es dann leider auch nichts mehr, dass die Polinnen vom RC Legia souverän mit 27:7 geschlagen wurden, denn auch Kasachstan schlug das polnische Team und zog somit als Gruppensieger anstelle der DRV-Auswahl ins Halbfinale ein.
 
„Insgesamt war es aber ein gutes Turnier für uns, auch wenn die Niederlagen gegen 7 Fantastics und Kasachstan gezeigt haben, dass wir noch einiges zu tun haben“, so Trainer Cieran Anderson. „Wir haben aber auch gesehen, dass es funktioniert, wenn wir uns an unseren Spielplan halten. Die Spielerinnen haben individuell einen guten Schritt machen können. Für mich als neuem Trainer war es toll, das zu sehen.“