Freundlicher Dank gilt Herr Kevin Bendieck und Prof. Dr. A. Rucker der HSD-University of Applied Science (Potsdam), die das Projekt wissenschaftlich begleiten.
Hintergrund: Das körperliche Anforderungsprofil und die motorischen Fähigkeiten zeigen sich disziplinspezifisch für das 7-er und 15-er Rugby als hoch komplex. Auf Grund der zunehmenden Professionalisierung im Rugbysport gilt es Maßnahmen und Strategien zur Verletzungsprophylaxe zu entwickeln, um den Schutz der Spieler:innen weiterhin bestmöglich gewährleisten zu können. Im Rahmen der Risikoerkennung werden hierzu Verletzungsreporte erstellt. Bis dato ist die Verletzungsepidemiologie in bestehenden Erhebungen eher im Elitesport der Spitzennationen verortet, was eine Übertragung der Forschungsergebnisse auf nationale Ebene erschwert.
Ziel: Der ab der Saison 2021/22 periodisch angelegte Report, soll sich abzeichnende Verletzungstrends in allen Deutschen Spielklassen erfassen, um das nationale Verletzungsbild im internationalen Kontext klarer einordnen zu können und Maßnahmenentwicklungen zur Verletzungsvorbeugung im Deutschen Rugby Sport ermöglichen.
Ergebnisse: Der erste Zwischenbericht dieser Art gibt einen Einblick in die Verletzungshäufigkeit von Spieler:innen und die am häufigsten gemeldeten Verletzungen. Die Verletzungsraten in Deutschland liegen unter internationalen Vergleichswerten. Die Verletzungsraten steigen mit zunehmendem Alter und Spielniveau. Die Schwere der Verletzungen ist auf niedrigerem Spielniveaus oft größer, und es gibt geschlechtsspezifische Unterschiede in Bezug auf Verletzungsmuster und Inzidenzraten. Mit 26% Gehirnerschütterungen liegen wir in Deutschland deutlich über internationalen Vergleichswerten. Mehr als 70% aller Verletzungen treten im Tackle auf, wo von der Tackler/ die Tacklerin in 2/3 der Fälle betroffen sind.
Diskussion: Derzeit muss noch von einem Underreporting von Verletzungen ausgegangen werden, was bedeutet, dass weniger Verletzungen gemeldet werden als eigentlich auftreten. Dies könnte einem noch nicht etablierten Meldesystem zu Grunde liegen. Die Rückmeldungsrate im Bereich des Frauen-Rugbys entspricht wahrscheinlich nicht der vermuteten Zahl aufgetretener Verletzungen, dabei ist insbesondere im Frauen-Rugby im
Post-Corona-Jahr eine signifikante Anzahl an Bandverletzungen nicht über die Webseite gemeldet worden, bedarf aber insbesondere im Bereich Prävention adäquate und umsetzbare Interventionen im Rahmen des Trainings.
Hierzu gibt es auf der Homepage die Ressource ACTIVATE als effektives Programm zur Risikoreduktion.